Hauptmerkmale der Ovoviviparität:
Embryonale Entwicklung im Ei: Ovovivipare Tiere produzieren zunächst befruchtete Eier, ähnlich wie eierlegende Arten. Anstatt diese Eier jedoch außerhalb des Körpers abzulegen, behalten sie sie im Inneren.
Nährstoffversorgung: Sich entwickelnde Embryonen in den zurückbehaltenen Eiern sind auf den Dottersack als Hauptnährstoffquelle angewiesen. Der Dottersack enthält gespeicherte Nährstoffe, die für das Wachstum und die Entwicklung des Embryos unerlässlich sind.
Fehlende Plazentaverbindung: Im Gegensatz zu lebendgebärenden Arten stellen ovovivipare Tiere keine direkte Plazentaverbindung zwischen der Mutter und dem Embryo her. Daher erfolgt der Sauerstoff- und Abfallaustausch hauptsächlich über die durchlässige Schale oder Membran des Eies.
Beispiele für ovovivipare Arten:
1. Bestimmte Reptilien: Viele Schlangenarten, wie die Riesenschlange und die Klapperschlange, sowie einige Eidechsen, darunter Skinke und bestimmte Geckos, sind ovovivipar. Sie behalten befruchtete Eier im Körper, bis sie schlüpfen, ohne jedoch eine Plazentaverbindung herzustellen.
2. Seeschlangen: Die meisten Seeschlangen gehören zur ovoviviparen Gruppe. Beispielsweise behalten Arten wie die Gelbbauch-Seeschlange (Pelamis platura) ihre Eier im Inneren und gebären lebende Junge, ohne dass sie über eine Plazenta direkte Nahrung bereitstellen.
3. Bestimmte Haiarten: Einige Haiarten, wie der Dornhai (Squalus acanthias) und einige Hammerhaiarten, weisen Ovoviviparität auf. Befruchtete Eier bleiben in den Eileitern der Weibchen zurück und die Nahrung stammt ausschließlich aus dem Dottersack des Eies.
4. Anglerfisch (Tiefseearten): Bei bestimmten Seeteufelarten, die in der Tiefsee vorkommen, variiert die Fortpflanzungsstrategie. Typischerweise befestigen Weibchen befruchtete Eier an speziellen Hautdrüsen oder Strukturen an ihrem eigenen Körper oder an Körperteilen paarender Männchen. Sie werden in diesem Fall als „parasitierte Männchen“ bezeichnet.
Zusammenfassend ist Ovoviviparität eine Fortpflanzungsmethode, bei der sich befruchtete Eier im Körper der Frau entwickeln und ihre Nahrung aus dem Dottersack der Eizelle und nicht über eine Plazentaverbindung beziehen. Mehrere Reptilien-, Seeschlangen-, Hai- und Tiefseefischarten nutzen diese Fortpflanzungsstrategie.