Shipman wurde in Nottingham, England, geboren und besuchte die University of Leeds Medical School. Er begann 1970 als Arzt zu praktizieren und erlangte bald den Ruf eines fürsorglichen und mitfühlenden Arztes. Doch hinter dieser Fassade war Shipman tatsächlich ein kalter und berechnender Killer, der es auf seine eigenen Patienten abgesehen hatte.
Shipmans Vorgehensweise bestand darin, seine Patienten zu Hause zu besuchen und ihnen tödliche Dosen Diamorphin zu verabreichen. Dann fälschte er ihre Unterschriften auf Rezepten, um den Eindruck zu erwecken, als hätten sie das Medikament selbst angefordert. In vielen Fällen fälschte Shipman auch ihre Krankenakten, um den Eindruck zu erwecken, sie litten an unheilbaren Krankheiten.
Obwohl die Sterblichkeitsrate von Shipmans Patienten ungewöhnlich hoch war, dauerte es viele Jahre, bis die Behörden seine Verbrechen aufklärten. Dies lag zum Teil daran, dass Shipman in der Gemeinde ein angesehener Arzt war und viele Menschen nicht glauben wollten, dass er zu solch abscheulichen Taten fähig sein könnte.
Erst 1998, nachdem ein besorgter Verwandter eines verstorbenen Patienten die Polizei kontaktiert hatte, begannen schließlich die Ermittlungen zu Shipmans Aktivitäten. Die anschließende Untersuchung ergab ein Muster verdächtiger Todesfälle und Shipman wurde schließlich verhaftet und wegen Mordes angeklagt.
Im Januar 2000 wurde Shipman wegen 15 Morden für schuldig befunden und zu lebenslanger Haft verurteilt. Ihm wurde seine ärztliche Zulassung entzogen und sein Name wurde aus dem Ärzteregister gestrichen.
Im Januar 2004 beging Shipman Selbstmord, indem er sich in seiner Gefängniszelle erhängte. Er war 57 Jahre alt.
Shipmans Fall ist einer der schockierendsten und beunruhigendsten in der britischen Kriminalgeschichte. Es warf ernsthafte Fragen über die Fähigkeit der Ärzteschaft auf, sich selbst zu regulieren, und machte deutlich, wie gefährdet ältere und behinderte Menschen Missbrauch und Vernachlässigung ausgesetzt sind.