Endosporen können aufgrund ihrer einzigartigen Zusammensetzung hohen Temperaturen standhalten. Die äußere Schicht der Endosporen, das sogenannte Exosporium, bietet Schutz vor rauen Bedingungen. Der Kern der Endospore enthält die dehydrierte Zelle und eine hohe Konzentration an Dipicolinsäure, die zu ihrer Hitzebeständigkeit beiträgt.
Während kochendes Wasser bei 100 Grad Celsius die meisten vegetativen Bakterien (die aktiv wachsende und sich teilende Form von Bakterien) abtöten kann, reicht es möglicherweise nicht aus, um Endosporen abzutöten. Diese Sporen können kochende Temperaturen über längere Zeiträume überleben, die von einigen Minuten bis zu mehreren Stunden reichen können. In manchen Fällen können Endosporen sogar jahrelang in kochendem Wasser überleben.
Um Endosporen wirksam abzutöten, sind höhere Temperaturen und/oder längere Einwirkungszeiten erforderlich. Um die Zerstörung von Endosporen sicherzustellen, wird üblicherweise Dampf unter Druck in einem Autoklaven verwendet, der Temperaturen über 121 Grad Celsius (250 Grad Fahrenheit) erreicht, und Druckbeaufschlagung, um das Eindringen von Dampf zu erhöhen. Diese Sterilisationsmethode ist in verschiedenen Branchen unverzichtbar, darunter in der Lebensmittel-, Pharma- und Medizinbranche.
Es ist wichtig zu beachten, dass das Kochen von Wasser bei 100 Grad Celsius immer noch ein entscheidender Schritt bei der Lebensmittelzubereitung und Hygiene ist, da es viele schädliche Bakterien und vegetative Zellen abtöten kann. Allerdings sollte man sich nicht ausschließlich auf die Beseitigung von Endosporen verlassen, insbesondere in Fällen, in denen eine vollständige Sterilisation erforderlich ist. Um die Zerstörung dieser elastischen Strukturen sicherzustellen, können zusätzliche Maßnahmen wie Druckkochen oder Autoklavieren erforderlich sein.