Der Prozess des Hechelns beinhaltet mehrere physiologische Anpassungen, die für Hunde spezifisch sind:
1. Schnelles Atmen: Hunde haben im Vergleich zu vielen anderen Säugetieren eine höhere Atemfrequenz. Beim Hecheln können sie mehr als 300 Atemzüge pro Minute machen, was eine erhebliche Luftbewegung und Verdunstungskühlung ermöglicht.
2. Erhöhte Zungenlänge und breiterer Mund: Die Zunge eines Hundes ist relativ groß und oft mit kleinen Höckern bedeckt, die ihre Oberfläche vergrößern. In Kombination mit dem breiten Maul des Hundes ermöglicht es einen größeren Wärmeverlust durch erhöhte Luftzirkulation und Speichelverdunstung.
3. Blutgefäßnetzwerk: Die Zunge und die Schleimhäute im Maul eines Hundes verfügen nahe der Oberfläche über ein ausgedehntes Netzwerk von Blutgefäßen. Durch das Hecheln zirkuliert warmes Blut näher an der Oberfläche und unterstützt so die Wärmeableitung.
4. Luftstromwiderstand: Hunde verfügen über spezielle Anpassungen in ihren Nasenlöchern und Atemwegen, die im Vergleich zu Menschen einen höheren Widerstand gegen den Luftstrom erzeugen. Dieser Widerstand erzeugt einen Gegendruck, der trotz der schnellen Atmung einer Dehydrierung vorbeugt.
5. Hitzetoleranz: Bestimmte Rassen verfügen über spezifische anatomische Merkmale, die ihre Keucheffizienz und damit ihre Hitzetoleranz verbessern. Rassen mit kürzeren Schnauzen, wie Möpse und Bulldoggen, haben möglicherweise größere Schwierigkeiten beim Hecheln und sind anfälliger für Überhitzung.
Während Keuchen in erster Linie als Mechanismus zur Thermoregulation dient, kann es auch andere physiologische Zustände vermitteln und durch andere Faktoren wie Stress, Angst, Aufregung oder bestimmte Erkrankungen (z. B. Atemprobleme, Überhitzung, respiratorische Azidose) ausgelöst werden.
Für die Pflege Ihres vierbeinigen Begleiters ist es von entscheidender Bedeutung, das Keuchverhalten eines Hundes zu verstehen und sich seiner individuellen Hitzetoleranz bewusst zu sein, insbesondere in heißen Klimazonen oder bei körperlichen Aktivitäten. Hecheln gilt bei Hunden als normaler Atmungsmechanismus, übermäßiges Hecheln oder plötzliche Veränderungen im Muster können jedoch auf gesundheitliche Probleme hinweisen und einen Besuch beim Tierarzt rechtfertigen.