Das Tundra-Ökosystem gilt aus folgenden Gründen als fragil:

Sensibilität gegenüber dem Klimawandel

Tundra-Ökosysteme sind fragil, da sie äußerst empfindlich auf Klimaveränderungen reagieren. Die Durchschnittstemperatur in der Arktis ist seit dem späten 19. Jahrhundert um 2 Grad Celsius (3,6 Grad Fahrenheit) gestiegen, was mehr als dem Doppelten des globalen Durchschnitts entspricht. Diese Erwärmung führt zum Auftauen der Tundra, wodurch große Mengen Kohlendioxid und Methan in die Atmosphäre gelangen. Bei diesen Gasen handelt es sich um Treibhausgase, die zum Klimawandel beitragen. Darüber hinaus stört der schmelzende Permafrost die Lebensräume von Pflanzen und Tieren.

Weitere Gründe, warum Tundra-Ökosysteme als fragil gelten, sind:

* Geringe Produktivität: Tundra-Ökosysteme sind Systeme mit geringer Produktivität, das heißt, sie produzieren relativ wenig Biomasse pro Flächeneinheit. Dies ist auf das kalte Klima und die kurze Vegetationsperiode zurückzuführen.

* Einfache Nahrungsnetze: Tundra-Ökosysteme verfügen über einfache Nahrungsnetze mit wenigen Arten auf jeder trophischen Ebene. Dies macht sie anfällig für Störungen, die auch nur eine einzelne Art betreffen.

* Harte Bedingungen: Tundra-Ökosysteme sind rauen Umweltbedingungen wie kalten Temperaturen, starkem Wind und begrenztem Sonnenlicht ausgesetzt. Dies kann Pflanzen und Tiere stressen und sie anfälliger für Krankheiten und Raubtiere machen.